Diakonie
unterstützt Zuwanderer
im Integrationsprozess schon vor ihrer Einreise
Völlig neue Wege geht die Diakonie in der
Begleitung von Neuzuwanderern, die im Rahmen
der Familienzusammenführung aus der Türkei
und dem Kosovo nach Deutschland kommen. Anfang
Dezember 2010 führte die Diakonie in der
Türkei ein spezielles Trainingsseminar für
Deutschlehrer/-innen durch, damit diese die Integration
türkischer Familien in Deutschland von Anfang
an besser unterstützen können.
Noch vor ihrer Ausreise nach
Deutschland beraten im Rahmen des Projekts „Vorbereitet ankommen
in der neuen Heimat“ seit eineinhalb Jahren
zwei Sozialarbeiter/-innen im Kosovo und in der
Türkei die zukünftigen Zuwanderer.
In Gruppenberatungen und Einzelgesprächen
machen sich die Zuwanderer frühzeitig mit
dem Leben in Deutschland vertraut. Zentrale Themen
sind der Erwerb der deutschen Sprache, die beruflichen
Integrationsperspektiven, die Anerkennung von
Abschlüssen, das deutsche Bildungssystem,
aber auch wie man in der neuen Heimat Kontakte
findet und „heimisch“ wird. Das Trainingsseminar
für Lehrer findet jetzt zum zweiten Mal
statt.
Das für drei Jahre vom Europäischen
Integrationsfonds mitfinanzierte Projekt ist
eine Erfolgsgeschichte: In den ersten beiden
Projektjahren haben bereits mehr als 2.800 Personen
in der Türkei und im Kosovo an Gruppen-
und Einzelberatungsgesprächen teilgenommen.
Das Projekt „Vorbereitet ankommen in der
neuen Heimat“ unterstützt die zukünftigen
Zuwanderer nicht nur im Familienzusammenführungsverfahren,
betont Jürgen Blechinger, Referent für
Migration und Flüchtlinge der Diakonie Baden
und Koordinator des Projekts. Es gehe vor allem
darum, erste Grundkenntnisse über Deutschland
zu vermitteln und den weiteren Integrationsprozess
optimal vorzubereiten. „Die Kursteilnehmenden
sind äußerst engagiert und möchten,
dass sie in Deutschland erfolgreich Fuß fassen
können“, fasst Dipl. Psychologin Nevriye
Kayis ihre Erfahrungen als Beraterin in der Türkei
zusammen.
Das Projekt „Vorbereitet ankommen in der
Türkei“ wird von den Diakonischen
Werken Baden, Württemberg, Bayern, Hessen-Nassau,
Pfalz, Rheinland-Westfalen-Lippe und Hamburg
gemeinsam mit der türkischen Stiftung SABEV
und der APPK im Kosovo durchgeführt.
Seit der Verschärfung des
Zuwanderungsgesetzes im Sommer 2007 erhalten
Ehegatten von Deutschen
und in Deutschland lebenden Ausländern nur
noch dann ein Visum zur Familienzusammenführung,
wenn sie vor der Einreise nach Deutschland eine
Deutsch-Prüfung bestehen und einfache deutsche
Sprachkenntnisse nachweisen. Die Nachzugswilligen
sind seither darauf angewiesen auf eigene Kosten
zunächst im Herkunftsland einen Deutsch-Sprachkurs
zu besuchen. Diese werden in der Türkei
von privaten Sprachschulen nur in größeren
Provinzhauptstädten angeboten. Über
das Projekt werden keine Sprachkurse angeboten,
aber eine an die Kurse andockende, frühzeitige
Beratung und Begleitung im Integrationsprozess.
Mehr Infos: www.ailebirlesimi.de
letzte Aktualisierung
am 27. Dezember 2010
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