Ökumenische
Kooperation ermöglicht
Pflegenachwuchs Einblicke in Heimalltag
Katholische Hochschule
bietet einzigen Studiengang in Baden-Württemberg
an / Evangelisches Stift hatte die erste Studentin der
Pflege im Haus
Zum
ersten Mal hat jetzt die Katholische Hochschule
in Freiburg einen
Kooperationsvertrag mit einem
Altenpflegeheim abgeschlossen. Die erste Studierende
des in Baden-Württemberg bisher einzigartigen
Studienganges Pflege hat im Juni im Evangelischen
Stift Freiburg sechs Wochen lang den Pflegealltag
kennenlernen können. Für das Evangelische
Stift war es die erste Studentin, die als Praktikantin
im Haus mitgearbeitet und den Pflegekräften über
die Schulter geschaut hat.
Das Studium an der Katholischen
Hochschule beinhaltet bereits im zweiten Semester
ein Praktikum im
Krankenhaus oder Altenpflegeheim. Das sechs Semester
umfassende Hochschulstudium ermöglicht später
Pflege mit dem akademischen Abschluss des Bachelor
of Arts in Pflege. Sandra Kästner (20) ist
die erste Studentin, die ihr Praktikum in einem
Pflegeheim gemacht hat. Alle anderen Studierenden
wollten lieber in die Krankenpflege.
Das Evangelische Stift darf
sich jetzt „Akademische
Lehranstalt für Pflege und Gesund-heitsberufe
der Katholischen Fachhochschule Freiburg“ nennen.
Für die traditionelle Freiburger Pflegeeinrichtung
ist dies die erste ökumenische Zusammenarbeit
im Pflegebereich. Insgesamt will das Stift ständig
vier Praktikanten des Pflegestudienganges aufnehmen.
Sandra Kästner hat es nicht bereut: „Es
war schon etwas anderes, an Mitstudenten gelernte
Pflegehandgriffe an einem alten Menschen anzuwenden,
der sich nicht bewegen kann.“ Heimleiterin
Birgit Walkenhorst freut sich über den „frischen
Wind“ im Haus für die Bewohner und
auch die Pflegekräfte. Sie lässt die
Studierenden in der Grundpflege Hand anlegen.
Die Behandlungspflege machen selbstverständlich
die ausgebildeten Fachkräfte. Für
Sandra ist Altenpflege der schönste Beruf,
den sie sich vor-stellen kann. Sandra: „es
ist ein Beruf mit Herz. Ich freue mich drauf.“
Vorstand Hartmut von Schöning hofft auf
Innovationen durch die jungen Nachwuchskräfte
von der Hochschule. Bisher seien die Gespräche
zwischen Pflegekräften und Studierenden
gut gewesen. Von Schöning: „Im Laufe
der Zeit entwickeln sich immer wieder blinde
Flecken im Pflegealltag. Der fachkundige Blick
von außen hilft uns, zu korrigieren.“
Die beiden zuständigen Professoren der
Katholischen Hochschule, Dr. Ulrike Thielhorn
und Dr. med. Hauke Schumann wollen mit dieser
Kombination von wissenschaftlichem Studium und
frühzeitigem Kontakt mit der Pflegwirklichkeit
erreichen, dass Wissen-schaft, Qualitätsmanagement,
Forschung und Praxis wieder mehr zusammen kommen.
In dem Studiengang sind jährlich rund 20
Studierende.
letzte Aktualisierung
am 2. Juli 2010
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