Logo Diakonie
Wir über uns Aktuelles Unsere Themen Spendenprojekte Zivildienst/FSJ Jugend/Kinder/Familie Publikationen
 
  Journalistenpreis 2011  
  Elternarbeit  
  Elterngeld für Hartz-IV-Bezieherinnen  
  Tarifbindung  
  Jahresbericht 2010  
  Bürgerschaftliches Engagement  
  Tafeluntersuchung  
  Altenheimseelsorge  
  Heizkostenzuschuss  
  Zuwanderer  
  Diakonische Konferenz des DW-EKD  
  Schwangerschafts-konflikt  
  Elterngeld Hartz IV  
  Notlagenfonds für Schwangere  
  Sterbekultur entwickeln  
  Sozialausgaben  
  Pflegenachwuchs  
  Familienkongress  
  Jahresempfang  
  Pflegeheimsteuerung  
  Erzieherinnen für 0 bis 3-Jährige gebraucht  
  Couch for kids in Bahnhofsmission  
  Umweltmanagement  
  Altenheimseelsorge  
  Zivildienstverkürzung  
  Europakongress 2010  
  Neuregelung Jobcenter  
  ehrenamtliche Sterbebegleitung EU  
  Loony-Design  
  Kinder und Hartz IV  
  Hartz IV-Urteil / Finanzierbarkeit  
  Diakoniepreis verliehen  
  Familien stabilisieren  
  Sozialkongress  
  Hartz-IV-Urteil  
  Hartz IV  
  Freiwilliges Soziales Jahr  
  Vertragsunterzeichnung  
  Thema Babyklappe  
  Missbrauch von Kindern  
  Jahresbericht 07 "Social Fiction 2047"  
  Epilepsie  
 
  Themensuche  
   
  Termine/Bildung  
  Stellenmarkt  
  Links  
  Ihre Gemeindearbeit  
  Impressum/Kontakt  
  Diakonie-Intern  

 


„Die Jugendlichen sind die beste Heimaufsicht“

Siebtklässler als Junior-Pflegepartner / Das einzige Projekt dieser Art in Baden-Württemberg

Mit einem für Jugendliche ungewöhnlichen Projekt wollen das Seniorenzentrum Stutensee und dessen Träger, die Evangelische Stadtmission Karlsruhe, etwas zur Charakterbildung Jugendlicher und zur Gemeinschaftsbildung in der Gesellschaft beitragen – nicht zuletzt angesichts der Ereignisse in Erfurt, Winnenden und Ansbach. Als gemeinsames Projekt mit der Erich-Kästner Realschule in Stutensee arbeiten seit Oktober schon zum zweiten Mal sechzehn Siebtklässler als Junior-Pflegepartner sieben Monate lang im Pflegeheim mit. Üblich ist an Schulen ein zweiwöchiges Sozialpraktikum. Im letzten Schuljahr hatten 27 Jugendliche mitgemacht. Das Projekt ist nominiert für den bundesweiten Sozialpreis Innovatio, der am 25. November in Berlin verliehen wird.

„Diese Jugendlichen sind die beste Heimaufsicht für unser Pflegeheim,“ meint Karlheinz Zuckschwerdt, Vorstandsvorsitzender der evangelischen Stadtmission Karlsruhe und Träger des Seniorenzentrums Stutensee. Zuckschwerdt:„Die Erfahrungen, die die Jugendlichen hier machen, die wirken noch jahrelang nach. Sie erzählen anderen, was sie hier gesehen und erlebt haben. Wir müssen unsere Häuser öffnen und jeden willkommen heißen, der sich einbringen möchte.“ Während in der ersten Phase des Schulprojektes noch ein Großteil der Schüler motiviert wurde, sich im Seniorenzentrum einzusetzen, haben sich für die zweite Projektphase im neuen Schuljahr sechzehn Jugendlichen zwischen 13 und 14 Jahren sofort und freiwillig für den mehrmonatigen Einsatz gemeldet.

Celina (14): „Ich habe mitgemacht, weil mein Opa hier im Heim war. Und ich wollte mir selbst beweisen, dass ich mehr kann als tanzen.“ Sie habe gelernt, dass es wichtig ist, zu alten Menschen freundlich zu sein. Mira (13) hat vor allem mit den Senioren gespielt. Nachdem sie in der sechsten Klasse bereits in einer Kita Praktikum gemacht hatte, wollte sie es nun mit alten Menschen zu tun bekommen. Laurajane (13) wollte wissen, wie man richtig mit alten Menschen umgeht: „Mein Opa hatte einen Schlaganfall und wird zuhause von meiner Oma gepflegt. Beim Praktikum hier im Pflegeheim hat es mir besonders Spaß gemacht, wenn die alten Menschen gelächelt und sich gefreut haben.“ Alle drei kommen auch heute noch gern einfach mal zu einem Besuch vorbei.

„Wir als Pflege-Profis haben von den Jugendlichen gelernt, was es heißt, wenn ein Pflegeheim sich öffnet,“ sagt Pflegedienstleitung Nadine Gaillard. „Inzwischen ist es unseren Pflegekräften nicht mehr unangenehm, wenn ihnen Jugendliche über die Schulter gucken. Sie fühlen sich nicht mehr unter Beobachtung und erleben Wertschätzung ihrer Arbeit durch die Jugendlichen.“

Klaus Gaß, Leiter der Erich-Kästner-Realschule in Stutensee möchte, dass die Jugendlichen soziale Kompetenz erwerben. Im Rahmen dieses neuen Projektes würden sich Lehrer und Schüler auch außerhalb der Schulzeiten engagieren. Gaß: „Die Jugendlichen machen im Seniorenzentrum Erfahrungen, die sie zum Teil in den Familien gar nicht mehr machen.“

Für Heimleiter Hans-Friedruch Unglaube ist das, was derzeit in seiner Einrichtung passiert, Bildung. Und die brauche eben ihre Zeit. In einem zweiwöchigen Praktikum sei es nahezu unmöglich, dass Beziehungen entstehen und Gemeinschaft zwischen alt und jung möglich wird. Für Träger Zuckschwerdt sind die Junior-Pflegepartnerschaften ein wichtiger Beitrag zur Mitgestaltung des Gemeinwesens. Zuckschwerdt: „Hier wird der Zusammenhalt der Generationen gestärkt.“

Im Seniorenzentrum Stutensee leben derzeit 70 Bewohnerinnen und Bewohner zwischen 42 und 96 Jahren. Die Jugendlichen der Erich-Kästner Realschule sind zwei Mal in der Woche und Samstags je zwei Stunden in der Einrichtung. Sie spielen mit den Senioren, unterstützen und begleiten sie beim Spazierengehen, helfen beim Essen. Die sechzehn neuen Junior-Pflegepartner werden die Senioren sogar Sonntags in den Gottesdienst der Kirche am Ort bringen, wenn diese es möchten. Die zweite Projektphase steht unter dem Motto: „Mit- und füreinander da sein in der Pflege“.

 

letzte Aktualisierung am 10. November 2009

 
Bildungsprogramm 2012

Das neue Programm vom "Bildungshaus Diakonie" jetzt hier downloaden.


Wir sind online!

Diakonie OnlineberatungNeu: Online-beratung der Diakonie rund um Schwangerschaft, Geburt und Familie
>>weiter


Bundesfreiwilligendienst

Infoflyer Bufdi


"gemeinsam gewinnen"

Eine Aktions-gemein-schaft des Diakonischen Werkes Baden, des Diözesancaritasver-
bandes Freiburg und des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes
>>weiter