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Hürden für psychisch Kranke
zu ambulanter Soziotherapie senken

Krankenkassen sollen ambulante Versorgung für psychisch kranke Menschen ausbauen / Ausweitung der ambulanten
sozialpsychiatrischen Versorgung erforderlich

In Baden-Württemberg muss die Soziotherapie als Alternative für psychisch Erkrankte zum Krankenhausaufenthalt ausgebaut werden. Hierfür müssen die Hürden gesenkt werden, um eine Soziotherapie genehmigt zu bekommen. Das fordert das Diakonische Werk Baden angesichts der immer weiter steigenden Zahl psychisch erkrankter Menschen.

Das Diakonische Werk Baden reagierte damit auf Berichte der Krankenkassenverbände die seit Jahren die Zunahme psychischer Erkrankungen belegen und darauf hinweisen, dass die meisten Krankenhaustage inzwischen auf die psychischen Erkrankungen entfallen.

Ein Ausbau der ambulanten Soziotherapie, die derzeit kostengünstig von den Sozialpsychiatrischen Diensten (SPDis) angeboten wird, könne nachweislich Krankenhausaufenthalte verhindern und verkürzen und damit natürlich auch Kosten senken. Die SPDis seien gleichzeitig „die Brücke“ zu den niedergelassenen Ärzten, so Manfred Schöniger, im Diakonischen Werk Baden zuständig für den Bereich Psychiatrie und die fachliche Begleitung diakonischer SPDis in Baden.

Schöniger fordert weiter, dass sich die Krankenkassen auch wieder an der pauschalen Finanzierung der SPDis beteiligen, die vor einigen Jahren eingestellt wurde. Schöniger: „Wir müssen die Mitarbeitendenzahl in den Sozialpsychiatrischen Diensten dem Bedarf anpassen. Da die Zahl der psychisch erkrankten Menschen und der stationären Bettenzahl immer weiter steigt, muss nun auch der ambulante Bereich auf diese Herausforderung reagieren.“

Große Hoffnungen setze der Psychiatrieexperte in die Politik der neuen Landesregierung, die das Thema sozialpsychiatrische Grundversorgung durch SPDis auch in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen hat. Schöniger: „2006 hat die damalige Landesregierung die Zuschüsse für die SPDis aus finanziellen Gründen halbiert. Die Teams mußten daraufhin schmerzlich verkleinert werden und die Betreuungsqualität hat erheblich gelitten. Wir haben nun die Hoffnung, dass es gelingt, die ambulanten bewährten Strukturen dem wachsenden Bedarf wieder anzupassen.“

letzte Aktualisierung am 1. August 2011

 
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