Erster
Bufdi bundesweit um 0 Uhr in der Diakonie Baden-Württemberg
gestartet
Im
Altenpflegeheim feiert der erste Bufdi seinen
Einstand mit den Senioren
Marc Philipp
(28) ist der erste Bundesfreiwillige in
Deutschland.
Er begann seinen Dienst am 1. Juli um 0
Uhr in der Diakonie Baden-Württemberg im
SRH-Klinikum Karlsbad-Langensteinbach. Später
will er eine Ausbildung zum Krankenpfleger
machen. Ebenfalls am 1. Juli um 8 Uhr starten
Bufdi Michael Rabo (20) in der Alice-Salomon-Schule
der Diakonischen Jugendhilfe Heilbronn und
Rüdiger Kober (37) im Hausgemeinschaftspflegeheim
Karlsruher Weg in Karlsruhe.
Marc (28) ist Deutschlands erster Bufdi
und begann am 1.Juli bereits um 0 Uhr mit
seinem Bundesfreiwilligendienst.
Foto: Schmidt
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Der
Bundesfreiwilligendienst ist für den gebürtigen
Weimarer und jetzigen Langensteinbacher Marc
Philipp das Sprungbrett für die Ausbildung.
Marc: „Ich habe hier nach einem Unfall
erlebt, wie den Menschen geholfen wird. Ich möchte
meine Dankbarkeit ausdrücken und den Menschen
etwas zurückgeben. Mir geht es nicht um
Geld. Ich freue mich mehr über ein Lächeln
der Patienten als über alles Geld der Welt.“ In
den letzten vier Wochen hatte Marc hier ein Praktikum
gemacht und sich dann für den Bundesfreiwilligendienst
entschieden. In diesem Praktikum gehörte
das Arbeiten von einem Tag auf den anderen dazu.
Michael Rabo, 20, hat sich
für einen Bufdi
in der Alice-Salomon-Schule für Erziehungshilfe
entschieden, um die Kinder- und Jugendarbeit
näher kennenzulernen. Michael Rabo (20)
will danach ein Studium fürs Lehramt beginnen. „Ich
möchte pädagogische Erfahrung sammeln,
das ist mir sehr wichtig.“ Später
möchte Rabo an der Pädagogischen Hochschule
Lehramt studieren. Rabo freut sich, morgen mit
dem Bufdi beginnen zu können. „Ich
bin sehr gespannt darauf, die Kinder und ihre
unterschiedlichen Charaktere kennenzulernen.
Es werden sicher einige Überraschungen auf
mich zukommen.“
Im
Altenpflegeheim Karlsruher Weg arbeitet seit
1. Juli auch Rüdiger Kober (37). Der gelernte
Gärtner konnte wegen einer starken Sehbehinderung
seinen Beruf nicht mehr ausüben. Es folgten
ein Ein-Euro-Job im Karlsruher Weg und ein Jahr
ehrenamtlicher Mitarbeit. Für den 37jährigen
ist der Bundesfreiwilligendienst derzeit die
einzige Perspektive. Kober: „Hier werde
ich gebraucht. Springerdienste, das kann ich
gut. Aber mit den heutigen Anforderungen auf
dem Arbeitsmarkt kann ich nicht mithalten.
Rüdiger
Kober bringt Lebensmittel auf die Station von
Leo Schulz (101).
Foto: Schmidt
Der
Bundesfreiwilligendienst ist für mich der
Ersatz für einen richtigen Job. Am besten
wäre es, es würde sich nach dem Bufdi
eine Möglichkeit finden, dass ich hier bleiben
kann. Hier bin ich integriert und finde mich
zurecht. In einer fremden Umgebung ist es für
mich wegen des Sehens schwieriger. Für die
Arbeit hier braucht man eine soziale Ader. Die
bringe ich mit. In der Hinsicht habe ich selbst
schon viel Schlechtes und Gutes in meinem eigenen
Leben erlebt.“ Rüdiger Kober leidet am sogenannten Rieger-Syndrom.
Für Heimleiterin Görgen ist Kober „die
gute Seele des Hauses“. Als bufdi holt
Kober die Post und verteilt sie an die Bewohner,
er bringt die Lebensmittel auf die Stationen,
kocht Kaffee in der Cafeteria und macht auch
mal Musik bei der Mitarbeiterfeier. Den Beginn
seines Bundesfreiwilligendienstes will der gebürtige
Karlsruher mit den Senioren im Haus gemeinsam
feiern. Auch seinen Betreuer beim Arbeitsamt
hat er dazu eingeladen.
Insgesamt sind bisher rund
85 Bewerbungen für
einen Bundesfreiwilligendienst in der Diakonie
Baden-Württemberg eingegangen, davon sind
37 Freiwillige in Vermittlung und 16 haben sich
bereits fest verpflichtet. Täglich werden
es mehr. Bufdis in der Diakonie können aus über
2500 Einsatzstellen, den bisherigen Zivildienststellen,
ihren Einsatzort auswählen. In der Diakonie
in Baden-Württemberg haben sich bisher über
100 Menschen unterschiedlichen Alters nach dem
neuen Freiwilligendienst erkundigt. Die neue
Bufdi-Seite auf Facebook wird rege frequentiert. „Der
Bundesfreiwilligendienst ist eine Chance für
Menschen jeden Alters, sich sozial zu engagieren
und dies als persönlichen Gewinn für
sich zu erleben. Als ein Einsatz, der freiwillig
geleistet wird, passt er besser zur Diakonie
als ein Pflichtdienst, so die beiden evangelischen
Wohlfahrtsverbände im Land.
Im Unterschied zum Zivildienst
und zum Freiwilligen Sozialen Jahre steht der
Bundesfreiwilligendienst
auch über 27-Jährigen offen und kann
in Teilzeit geleistet werden. Der Bundesfreiwilligendienst
in der Diakonie dauert zwischen sechs und 18
Monaten. Er steht für Frauen und Männer
ab 16 Jahren offen, ohne Altershöchstgrenze. Über
27-jährige können den Bundesfreiwilligendienst
auch in Teilzeit von mindestens 20 Wochenstunden
leisten.
Während seines Dienstes wird jeder Bufdi
durch pädagogisches Personal in den Einrichtungen
der Diakonie Baden-Württemberg begleitet.
In Seminaren können die Freiwilligen neue
Kenntnisse erwerben und Erlebtes reflektieren.
Dabei sind die Bildungstage abhängig von
der Dauer des Dienstes. So umfasst ein zwölfmonatiger
Dienst 25 Bildungstage.
Rund 1500 junge Menschen
sind derzeit in der Diakonie Baden-Württemberg in einem freiwilligen
Jahr engagiert, sei es im Freiwilligen Sozialen
Jahr (FSJ), im Ökologischen Jahr (FÖJ)
oder in sozialen Projekten im Ausland. Der neue
Bundesfreiwilligendienst ergänzt dieses
umfangreiche Angebot. Mit einem Foto-Wettbewerb
auf Facebook und einer CityCard-Kampagne wirbt
die Diakonie Baden-Württemberg für
den Bundesfreiwilligendienst. Die neue jugendgerechte
Kommunikationslinie „Ran-ans-Leben-Diakonie“ der
Diakonischen Werke Baden und Württemberg
umfasst die Webpage www.ran-ans-leben-diakonie.de und ein Profil auf Facebook www.facebook.com/ranansleben.diakonie.
letzte Aktualisierung
am 1. Juli 2011
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