Für
viele Jugendliche ist die Babyklappe Thema
Unter Jugendlichen und in
Schulklassen ist die Babyklappe oft Thema.
Das haben Schwangerschaftskonfliktberaterinnen
in Baden festgestellt und deshalb die in diesem
Zusammenhang am häufigsten gestellte Frage
mit einer Antwort jetzt auf das neue Online Beratungsportal
der Badischen Diakonie gestellt: „Meine
Freundin ist wegen ihrer Schwangerschaft so verzweifelt,
dass sie ihr Baby in eine Babyklappe bringen
will. Was kann ich tun um ihr zu helfen?“
Die Antwort der diakonischen
Fachberaterinnen im Online Portal www.Onlineberatung-diakonie-baden.de
soll Mut machen, sich im Falle einer ungewollten
Schwangerschaft lieber an eine Beratungsstelle
zu wenden als die Sache selbst in die Hand zu
nehmen. „Es gibt inzwischen Babyklappen
in vielen größeren Städten in
Deutschland. Sie sind aber eigentlich nur als
letztes Mittel angedacht um Aussetzungen von
Kindern zu verhindern. Sowohl für Mutter
als auch für das Kind ist das anonyme Abgeben
des Babys in einer Babyklappe keine wirklich
gute Lösung. Sprechen Sie mit ihrer Freundin
darüber, dass sie sich in dieser schwierigen
Situation Unterstützung und Beratung holen
darf – das ist ja auch anonym möglich
und auf jeden Fall haben alle Beraterinnen Schweigepflicht.
Dann kann ihre Freundin sich auch informieren
welche Alternativen sie hat: Braucht sie Informationen über
Unterstützungsmöglichkeiten zur Betreuung
und finanziellen Absicherung? Benötigt
sie Unterstützung in der Auseinandersetzung
mit ihrer Familie? Möchte sie etwas über
Adoption erfahren? In der Beratung kann sie all
ihre Fragen, Unsicherheiten und Ängste ansprechen,“ heißt
es im Internet.
„Wenn eine Frau versucht, ihr Kind heimlich
und ohne medizinische Hilfe auf die Welt zu bringen,
kann eine Gefahrensituation für Mutter und
Kind entstehen,“ so Ingrid Reutemann von
der Diakonie Baden. Nur weil es Babyklappen gäbe,
dürften junge Frauen nicht denken, sie könnten
ganz einfach heimlich ihr Kind zur Welt bringen
und dann anonym abgeben, warnt Reutemann.
„Die Babyklappen sind vor einigen Jahren
entstanden, weil wir einen Weg gesucht haben,
der Not und Verzweiflung von Frauen, die ungewollt
schwanger werden, zu begegnen,“ so Oberkirchenrat
Johannes Stockmeier, Chef der Diakonie Baden.
Sie seien nicht der Königsweg, sondern das
Thema Babyklappen bleibe auch in kirchlichen
Kreisen nach wie vor umstritten. Stockmeier meint,
der Deutsche Ethikrat sei in seiner jüngsten Äußerung „zu
leichtfertig“ mit dem Thema Babyklappe
umgegangen. Stockmeier: „Jedes abgegebene
Kind war potentiell gefährdet.“ Der
evangelische Theologe weist außerdem darauf
hin, dass sich „unsere Gesellschaft fragen
müsse, was sie tun kann, um ungewollt schwangeren
Frauen zu signalisieren, dass sie mit ihren Fragen
und Problemen nicht allein da stehen müssen
sondern Hilfe finden.
Damit Not und Verzweiflung
nicht zu Kurzschlusshandlungen führen, hält es die Badische Diakonie
für wichtig, bekannter zu machen, dass auch
die Beratung in den vorhandenen Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen
anonym ist. Hier schließt sich die Diakonie
Baden den Empfehlungen des Ethikrates an. Um
die Hemmschwelle für schwangere Frauen noch
weiter zu senken, hat die Diakonie Baden kürzlich
ein Online Beratungsportal gestartet.
Auch die Einführung einer sogenannten vertraulichen
Geburt, hält die Diakonie Baden für
sinnvoll. Sie mache für die betroffene Frau
eine medizinisch begleitete Geburt möglich
und beinhalte einen anschließenden Zeitraum
von einem Jahr, in dem die Mutter sich entscheiden
kann, das Kind zur Adoption frei zu geben oder
es wieder zu sich zu nehmen. Die evangelische
Hardtstiftung in Karlsruhe-Neureut, die eine
der ersten Babyklappen ins Leben rief, hat übrigens
die Erfahrung gemacht, dass ein Großteil
der Mütter, die ihr Kind dort anonym abgegeben
haben, sich kurze Zeit später melden und
das Kind wieder an sich nehmen. Allein die badische
Diakonie bietet an 49 Orten Beratung im Schwangerschaftskonflikt
an.
letzte Aktualisierung
am 1. Dezember 2009
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